Die Kommunikation in der Unternehmung by Adolf Gerhard Coenenberg

By Adolf Gerhard Coenenberg

Mit wachsender Grosse der Betriebe und der mit ihr verbundenen starkeren Spezialisierung und Differenzierung der betrieblichen Teilaufgaben gewinnt die Kommunikation in den Unternehmungen zunehmend an Bedeutung. Die im Ein-Mann-Betrieb vorhandene naturliche Einheit der Entscheidungs und Realisationsprozesse wird im Mittelbetrieb und im Grossbetrieb durch die interpersonale Aufgabenverteilung durchbrochen. Das Mittel, die Ein zelakte kunstlich zu verbinden und aufeinander abzustimmen, ist die Kom munikation zwischen den verschiedenen Aufgabentragern. Von der grossen Bedeutung der betrieblichen Kommunikation zeugt auch die schnelle Folge von Veroffentlichungen uber diesen Themenkreis. Wahrend aber bis vor einigen Jahren vor allem die Beziehungen zwischen Kommu nikation einerseits sowie Betriebsklima und Arbeitsmoral andererseits Ge genstand wissenschaftlicher Diskussion waren, konzentriert sich das Inter esse der betrieblichen Kommunikationsforschung in zunehmendem Masse auf betriebswirtschaftlich-organisatorische Fragestellungen. Dabei wird ver sucht, die Erkenntnisse anderer Disziplinen, insbesondere der Informations theorie, fur die Losung betrieblicher Kommunikationsprobleme nutzbar zu machen. Demgegenuber sind die ausserordentlich zahlreichen psychologi schen und soziologischen Untersuchungen uber die Kommunikation sowohl im betriebswirtschaftlichen Schrifttum als auch in der Betriebspraxis bisher kaum beachtet worden. Die vorliegende Schrift behandelt die Kommunikation in der Unternehmung unter betriebswirtschaftlich-organisatorischem Aspekt. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit bildet der Versuch, die relevanten Erkenntnisse der psychologischen und soziologischen Kommunikationsforschung bei der Ana lyse des betrieblichen Kommunikationsprozesses sowie bei der Untersuchung uber die zweckmassige organisatorische Gestaltung des betrieblichen Kommu nikationssystems zu verwerten. Wegen des zum Teil noch nicht endgultigen Charakters der psychologischen und soziologischen Forschungsergebnisse werden nur solche Aussagen in Betracht gezogen, die empirisch oder experi mentell untermauert

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Berlin 1960, S. , 135 ff. Jaglom, I. : Wahrscheinlichkeit und Information, Information 33 rer Buchstaben geschlossen werden kann""). Das Verhältnis zwischen tat" sächlicher und maximaler Informationsentropie bezeichnet man als relative Informationsentropie (Hrel) :11) H Hrel = - H max Sie läßt das relative Ausmaß der Wahlfreiheit innerhalb eines gegebenen Nachrichtenkollektivs erkennen. Ihre Ergänzung zu 1 gibt den Bruchteil der emittierbaren Nachrichten an, der sich aufgrund der statistischen Gesetz" mäßigkeiten der Wahl des Senders entzieht, also die Weitschweüigkeit oder die Informationsredundanz (R) des jeweiligen Nachrichtenkollektivs: H R= 1 - - - Hmax Beträgt beispielsweise die relative Informationsentropie eines Signalvorrats 8/10, so besagt dies, daß der Sender bei der Auswahl von Signalen im Mittel nur zu 80 °/0 völlig frei ist, die übrigen 20 Ofo aber durch die Redundanz der Nachrichten bestimmt werden.

Für die betriebliche Kommunikation sind diese Ergebnisse insofern von Bedeutung, als sie die Möglichkeit erkennen lassen, die betrieblichen Infor") vgl. Fischer, F. : Die Grundgedanken der modernen Theorie der Nachrichtenübermittlung (Shannonsche Theorie), in: Der Fernmelde-Ingenieur, Zeitschrift für Ausbildung und Fortbildung, 5. Jg. (1951), S. 12. ") vgl. Jaglom, A. M. - Jaglom, I. : Wahrscheinlichkeit und Information, Berlin 1960, S. 153; Fey, Peter: Informationstheorie, Berlin 1963, S. 95. ") vgl.

2. Es muß gewährleistet sein, daß der Empfänger den rezipierten Kommunikationsinhalt richtig, das heißt im Sinne des Unternehmenszieles weiterverwendet (verarbeitet oder weiterleitet). Soll der Effekt einer Kommunikation als Maßstab für deren Qualität dienen 4), so muß vorausgesetzt werden, daß beide hervorgehobenen Bedingungen von der jeweiligen Beschaffenheit und Ausgestaltung der Nachrichten und ihrer übermittlung abhängen. Dies scheint indes hinsichtlich der zweiten Bedingung fraglich, da es dann neben der Sicherstellung einer genauen übermittlung Aufgabe der Kommunikation sein müßte, die übermittelten sachlich informierenden Inhalte durch Annahme einer bestimmten Form (beispielsweise Einkleidung in die Form einer Bitte) oder durch Zuladung eines emotional ansprechenden Inhalts beim Empfänger motivkräftig werden zu lassen 5).

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