Die Individuelle Reaktionsweise bei Chirurgischen by Gerd Hegemann

By Gerd Hegemann

"Nein, die Reaktion der Gewebe hangt nicht wesentlich von auBeren Elnflfissen ab, sondern sle hangt vlelmehr wesentlich ab von der inneren Einrichtung der Telle. Die auBeren Elnfliisse machen dabel nlchts, als daB sic dlesen inneren Elnrlchtungen dell AnstoB zur Tat- kelt erteiIen. " R. VIRCHOW. Krankheit 1st immer eine besondere Lebenssituation des einzelnen Menschen. Jedes Individuum gestaltet nach der ihm eigentiimlichen Struktur und den fUr es zutreffenden Bedingungen seine. Krankheit. Jeder Fall desselben Krankheitsbildes verlauft im Einzelfalle ander8. Auch durch denselben Erreger "hervorgerufene" Infektionsprozesse zeigen bei jedem Patienten ein ganz andersartiges Aussehen. Schon in der wechselnden Lokalisation des Herdes tritt uns das Einmalige des Vorganges entgegen. Derselbe Streptococcus kann ein Panaritium, ein Erysipel, eine Arthritis, eine Peritonitis oder eine Thrombophlebitis verursachen. Auch Infektionsprozesse am selben Organ bei gleicher Keimbeteiligung verlaufen in jedem Einzelfalle ganz verschieden, harmlos mit spontaner Heiltendenz oder progredient mit bosartiger Entwicklung. Jeder Furunkel, jede Knochentuberkulose, jede Appen dicitis usw. ist von der gleichen Erkrankung bei einer anderen individual so durchaus abweichend, daB wir immer wieder Fehler machen, wenn wir diese Prozesse etwa bei der Beurteilung unserer Heilmethoden fiir eine Krankheit vergleichen wollen. LehrbuchmaBige Darstellungen sind aus einer groBeren Zahl ahnlicher Vorgange abgeleitete und kon struierte Durchschnittsbilder, die bei Beobachtung in der Wirklichkeit beim einzelnen Patienten ein immer wieder anderes Aussehen erhalten. Die auBerordentlichen individuellen Unterschiede im. Anpassungs verhaltnis Organismus/Erreger werden noch groBer, wenn wir nicht nur Krankheitsfalle vergleichen, sondern festzustellen versuchen, warum der eine Organismus erkrankt und der andere gesund bleibt.

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ELLINGER: Strahlenther. 1935,Sonderb. 20. FLEISCHlllANN: Pfliigers Arch. 215, 1227. : Erg. Chir. 7, 671. FUHS-KuMER: Dermatologie. Wien 1943. - Fuss: Erg. Chir. 26, 320 (1933)_ GELLER: Miinch. med. Wschr. 1940, 1110. - GERSON: Berl. derm. Ges. 2 (1897). -Diss. Berlin 1910. - GRAFE U. 406. Berlin 1944. - GREEN and SHANNON: Arch. Surg. ) 32,462 (1936). - GUNTHER: Z. menschl. Vererb. u. lehre 25, 629 (1942). HINSELlIfANN: Klin. Wschr. 1925,2346. - HORING: Erg. inn. Med. 52, 336 (1937). - HOFF: Der Schwangerschaftsureter.

Die geringe Morbiditat bei Greisen beruht natiirlich zum Teil auf der Abnahme der Menschenzahl im Senium und zum Teil auf Appendektomien in friiherer Lebenszeit. Bei der akuten Peritonitis geht die Letalitat in dim verschie4enen Altersstufen mit der Sterblichkeitskurve bei der Appendicitis parallel. 8enalter (KIRSCHNER). tJber Altersunterschiede in der Er; krankungskiiufigkeit scheinen keine ziffernmaBig verwertbaren Unterlagen zu bestehen. Die Sauglingsperitonitis bietet klini8ck ebenso wie Wundinfektionund Erysipel in diesem Alter die besondere Tendenz zur septischenGeneralisation.

Eine Behandlung der Acne mit Driisenpraparaten ist nicht iiberzeugend (BINGOLD und DELBANCO). Die apokrinen SchweiBdriisen entwickeln ihre volle S~kretion erst mit der Pubertat und bilden sich im Klimakterium zuriick. Sie zeigen bei der Frau eine deutliche Koppelung ihrer Funktion an den Menstruationszyklus. Schwei{Jdrilsenabscesse beobachtet man dementsprechend in der Zeit zwischen 15 und 50 Jahren (WOLF). Bei der Lungentuberkulose wird eine aktivierende Einwirkung der Pubertat durch innersekretorische Einfliisse allgemein angenommen.

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