Bedrohungskommunikation: Eine gesellschaftstheoretische by Werner Schirmer

By Werner Schirmer

Sicherheit ist seit jeher Gegenstand erbitterter Debatten der politikwissenschaftlichen Teildisziplin Internationale Beziehungen. Die Schule des Realismus und das Konzept der ‚National defense’ haben das Fach lange dominiert. Der Einzug soziologisch inspirierter konstruktivistischer Theorien hat zwar diese Dominanz gebrochen, aber der entscheidende Schritt für eine erhöhte Anschlussfähigkeit in der Soziologie ist ausgeblieben: zu reflektieren, dass jede artwork von Sicherheitsproblem einen Beobachter voraussetzt. Erst durch Beobachtung – und damit: in der Kommunikation – werden Bedrohungen der Sicherheit hervorgebracht. Werner Schirmer trägt dieser Beobachterabhängigkeit Rechnung und entwickelt basierend auf der Luhmannschen Systemtheorie ein kommunikationstheoretisches Konzept von Sicherheit und Unsicherheit, das den Namen ‚Bedrohungskommunikation’ trägt.

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Ullman warnte vor einer Militarisierung der internationalen Politik durch den engen Fokus auf militärische Sicherheit und vor einer Vernachlässigung von anderen, womöglich schlimmeren Bedrohungen wie etwa Bevölkerungswachstum oder Knappheit von Ressourcen. Beides wirke sich kontraproduktiv auf die Sicherheit insgesamt aus (vgl. 46 Buzan wird vor allem mit der Formel ‚broadening the agenda’ in Verbindung gebracht. Seiner Meinung nach kann das vorherrschende realistische Konzept von Sicherheit, also die Abwehr von feindlichen Angriffen, vieles nicht fassen, was in der internationalen Politik als sicherheitsrelevant beobachtet werden könnte.

Die Frage ist weniger, ob sie ‚wahr’ oder ‚falsch’ sind, sondern welche Bedeutung sie erlangt haben und wie sie sich auf den politischen Diskurs ausgewirkt haben. Sie erfüllen jedoch eine tragende Funktion für das Weltbild der Strategic Studies und deren Konzepte, etwa von ‚Containment’, ‚Deterrence’ und ‚Flexible Response’. ). : 125). Eine ähnliche Stoßrichtung findet man auch bei David Campbells an Michel Foucault angelehnter Diskursanalyse der US-amerikanischen Außenpolitik. Campbells Absicht ist die „deconstruction of conventional political discourse and its self-presentation, especially that effected in the practice and analysis of both international relations and foreign policy” (Campbell 1992: 8).

If immigrants are a threat, do police become soldiers? If the economic competitiveness of our allies is a threat, is Corporate America to be protected against leveraged buyouts by foreign capital or against those who have been fired during selfprotective downsizings? If one social group threatens the mores of another, are there front lines in the ‘culture wars’? Perhaps it is the unemployed college graduate who is most to be feared, since he or she has much time in which to plot the overthrow of the regime deemed responsible for that insecure status (Lipschutz 1995: 14f).

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